Nachdem viele Therapeuten sich eine Kommunikationsplattform zum Thema Spiegeltherapie gewünscht haben, besteht jetzt die Möglichkeit für interessierte Therapeuten und Wissenschaftler sich zum Thema Spiegeltherapie und ähnliche Therapiemethoden über diesen Blog auszutauschen.

Hiermit lade ich alle Interessierten ein, auftretende Probleme oder Fragen rund um die Anwendung der Spiegeltherapie zu stellen und zu diskutieren.
Hallo,
ein Patient von mir hat eine Facialisparese nach einer Akkusticoneurinomoperation, die Parese hat sich schon wesentlich gebessert, allerdings kommt es seit einiger Zeit zu Synkinesien. Ist es mögliche, diese mit Spiegeltherapie zu verbessern? Habt ihr Erfahrungen damit.
Lg und danke für die Info
Karin Rubey
Meine Praxis bietet die Spiegeltherapie in Dortmund und Bönen an.
Es besteht Informationsbedarf darüber in welche Großen die Spiegel erhältlich sind.
Insbesondere aber wird ein Spegel benötigt welcher von einer Seite für den Therapeuten durchsichtig ist
um die Anweisungen des Terapeuten und die Ausführungen des Patienten besser kontrolieren zu können.
Diesist insbesondere wichtig bei Apoplexpatienten. Für Hinweise sind wir sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen Matthaia Zimmer
Hallo Matthias,
wenn Du selbst eine Spiegelkonstruktion herstellen möchtest, bietet sich für die obere Extremität eine Spiegelplatte in der Grösse 60×50 cm und für die untere Extremität ein Standspiegel auf Rollen an. Die zu behandelnde Extremität sollte auf jeden Fall komplett verdeckt werden. Prinzipiell bekommst Du die Spiegel in beliebigen Grössen.
Patienten können u.a. über die Akademie für Handrehabilitation Spiegel für das Heimprogramm erwerben: http://www.agh-webshop.de/praxisbedarf/therapiespiegel-system-train.php
Spionspiegel eignen sich am besten, wenn Du gerne von der Rückseite die Bewegungen des Patienten beobachten möchtest. Frag am besten mal bei einem Glaser bei Dir in der Gegend nach, die meisten haben Spionspiegel vorrätig. Ansonsten wirst Du sicherlich auch im Netz fündig.
Herzliche Grüsse, Andreas
Hallo,
habe Patient mit amputiertem II. Finger seit ca. 3 Wochen in Behandlung. Phantomschmerz besteht seit OP vor ca. 5 Monaten. Kurzzeitig war der Patient seit der Speigeltherapie schmerzfrei oder er verspührt anschließend ein Kribbeln (kein Schmerz) im nicht vorhandenen Finger. Gibt es einen ungefähren Zeitraum für die Behandlung? Reicht ein 10er Rezept? Der Patient möchte gerne schnellstmöglich wieder arbeiten. Liebe Grüße … Ulrike
Liebe Ulrike,
in der Regel reichen 10 Sitzungen, um abzuschätzen ob Dein Patient von der Therapie profitiert. Du solltest allerdings nach ca. 1 Woche auch ein Heimprogramm anleiten. Dein Patient sollte die Therapie dann längerfristig auch selbstständig fortführen. Insgesamt solltest du aber vielleicht nochmal 10 Behandlungen einplanen, um Ihn mit einer geringeren Therapiefrequenz weiter zu betreuen.
hallo,ich wurde von einem pferd im märz 2009 am linken mittelfinger gebissen,aufgeschlitzt und gebrochen am vordersten fingerglied.ich bin seitdem immer in behandlung,verschiedene therapien ,aber der sudeck,stufe 1, hält sich hartnäckig.meine therapeutin hat von der spiegeltherapie erzählt.meine frage dazu :ist es auch möglich,dass das hirn die umgekehrte richtung nimmt? mein rechter mittelfinger schmerzt sehr,sieht auch krumm und dick aus.der linke dagegen ist zwar empfindlich und wird bei kälte noch weiss-der rechte aber zeigt auch diese symptome. für erfahrungsberichte und ratschläge wäre ich dankbar mit freundlichen grüssen s.brückl
Hallo, verstehe nicht, was du mit der “umgekehrten” Richtung meinst
Die Spiegeltherapie kann ja das Gehirn austricksen, das ist sogar für gesunde Menschen total interessant. Wenn deine Therapeutin sich damit beschäftigt und du daran glaubst bzw. dich darauf einlassen kannst, dann würde ich es auf jeden Fall ausprobieren … Versuch macht klug, auch wenn der Schmerz nicht gleich beim 1. Mal verschwunden ist … wünsche dir viel Glück und vielleicht berichtest du bald von deinen Fortschritten!!! Alles Liebe … Ulrike
Hallo,
habe vor kurzem die Spiegeltherapie-Fobi in Reutlingen gemacht und habe nun einen Schlaganfall- Patienten mit dem ich übe. Er hat leichte Funktionennim rechten Arm und Hand, kann diese jedoch nur mit viel Kompensation einsetzen, zudem kommt sein Schulter und Handgelenkschmerz.
Zu Beginn der Spiegeltherapie war er sehr begeister, doch sein Schmerz hält sich beim selbständigen üben trotzdem noch—wir haben das programm sehr klein gehalten (nur Daumen EX/FLEX da er diese Bewegung auch alleine kann. Alle anderen Bewegungen des UNterarms PRO/SUP sind während des übens mit seiner Frau schmerzhaft,also haben wir sie weggelassen. Zudem streicht seine Frau die Finger einzeln aus (Sensorischer Reiz). Nun klagt er zunehmend über Schwindel und ich habe das Gefühl er möchte die Spiegeltherapie beenden, da sich kein Erfolg einstellt.
Meine Fragen: was kann ich ihm an Bewegungen anbieten und worauf muss ich achten wegen dem Schwindel? Stellt der SChwindel ein Problem dar für das gelingen der Therapie? Danke für Eure Hilfe
Hallo Chris,
grundsätzlich ist es wichtig, dass Du nur bis zur Schmerzgrenze arbeitest. Sobald diese erreicht ist, sollte die Bewegung zu diesem Zeitpunkt nicht weitergeführt werden. Arbeitest Du mit ihmbilateral? Hast Du es probiert, dass der Patient nur mitder gesunden Seite die Bewegungen am Spiegel ausführt? Das kann bspw. den Effekt haben, dass der Patient seine Schmerzen krzzeitig “vergisst”, da er ein positives visuelles Feedback erhält. Vielleicht hilft es Deinem Patienten nochmal einen Schritt zurückzugehen, also erstmal die Hand nur im Spiegel zu betrachten. Leichte Positionswechsel, aber noch keine großen Bewegunsübungen. Wenn Schwindel auftritt, könnt ich mir vorstellen, dass die Übrungsfrequenzen zu lang sind? Wie lange übt er am Stück?
Hallo Caro,
Danke für deine Hilfe, werde das Programm auf das üben mit der nicht betr. Hand begrenzen. Habe immer versuch bilateral zu üben-also auch mit passiver Bewegung der betroffenen Hand. Er übt ca 5-10min schätze ich, drei mal am Tag. sollte er während des übens öfter Pause einlegen? oder insg die Dauer verkürzen.
Hallo,
habe gute Erfahrungen mit der Kombination Mini – Vibrax für die Hand und Spiegeltherapie gemacht.
Je leichter die Berührung – auch bei Bürstenmassage, desto besser kann “mein” Patient sie auf die betroffene Seite spiegeln … jetzt schon mehrere Tage schmerzfrei trotz der Kälte und sogar hinter dem Spiegel gleichzeitige Bürstenmassage sogar im Narbenbereich des II. Grundgelenks möglich.
Bin so begeistert von der Spiegeltherapie … schreibt doch bitte mal mehr über Eure Erfahrungen … Danke und LG
hallo!
habe auch eine Frage: kann eine examinierte altenpflegekraft diese Therapie ausüben bzw. in ein Weiterbildung lernen?…oder besser gesagt: ist so eine Therapie in Altenheime anwendbar?
danke!
Liebe Cony,
ja, die Therapie ist nicht nur auf Physio- und Ergotherapeuten beschränkt. Vorherige Kenntnisse über die Behandlungsrichtlinien sind aber wünschenwert.
LG, Andreas
bin neu hier und möchte einem lieben menschen helfen, der rechtsseitig nach tia gelähmt ist.
patientin ist 60 jahre alt und geistig top fit. ich bin kein therapeut, habe aber über die spiegeltherapie gelesen. kann ich da als ungelernter etwas falsch machen? bin ich insgesamt in dieser hinsicht zu vermessen und therapeutische ausbildung ist absolutes muss für unterstützende übungen? bitte sagt mir dazu die wahrheit!!
vielen dank
hupi
Finde es toll, dass sich auch andere Berufsgruppen für die Spiegeltherapie interessieren.
Denke aber, dass zumindest die Spiegel – Fobi ein Muss ist. Wir haben damals untereinander im Kurs geübt und es war erschreckend welche Wirkung zum Beispiel eine nicht synchrone oder gar gegenläufige Berührung auf unser “gesundes” Gehirn hatte. Vielleicht gibt es aber einen passenden Therapeuten in deiner Nähe? Manchmal reicht ja auch schon mal hartnäckig beim Arzt nachzufragen und dann ist plötzlich doch Ergotherapie auf Rezept möglich?! Leider wird heute nichts mehr verschenkt, und wenn der Patient selbst nicht kämpfen kann, wer dann??? Vielleicht kannst Du aber auch mit der Basalen Stimulation viel erreichen? Das kommt ja aus der Pflege. Kennst Du Dich damit aus?
Viel Glück … so oder so … und liebe Grüße … Ulrike
Hallo,
ich nutze mal die Gelegenheit und stelle meine patientin vor.
Sie hat aufgrund eines Traumas (Schlag des Fingerknochens gegen einen Türgriff) auf das Fingergrundgelenk des linken Kleinfingers einen Funktionsuasfall des M. flexor digitorum superficialis und profundus. Der Kleinfinger verharrt in Streckstellung, lässt sich passiv beugen. Es ist ihr nicht möglich einen kopletten Faustschluss mit dem Finger zu erreichen. Er steht bis zu 4cm ab.
Neurologisch wurde sie schon untersucht. Es besteht ein Sensiausfall.
Während der Spiegeltherapie habe ich ihren Finger immer mitbewegt, in den Grundbewegungen Flexion, Extension, Abd. Im Verlauf steht der Finger nicht mehr so sehr ab, ein aktiver Faustschluss ist bis zu einem Abstand von 1cm zur Handinnenfläche, bis Ende der Behandlung zu erreichen. Letzteres erreiche ich aber auch durch Handmobilisierung. Bei der Flex. mit aufgelegter Handfläche auf der Unterlage fällt der Kleinfinger ruckartig nach unten, manchmal auch mit zittern, bis 0.5cm Abstand zur Unterlage. Es kommen selten aktive Bewegungen von dem Finger.
Bin im Moment etwas ratlos, da sich inletzter Zeit nichts gravierendes an dem Zustand verändert hat. Und bib dankbar über eine Nachricht und Anregungen.
Lieben Dank Anne
Hallo,
habe irgendwie in Erinnerung, dass bei Aphasie mit Sprachverständnisstörungen Spiegeltherapie kontraindiziert ist. Ist das richtig? Würde es sonst gerne als “letzte Hoffnung” bei schlaffer Hemi re ausprobieren … LG … Ulrike
Liebe Ulrike, ja der Patient sollte ein ausreichendes Sprachverständnis aufweisen. Eine rein motorische Aphasie ist dagegen keine Kontraindikation.
Hallo,
ich habe einen Patienten, der nach einer Gürtelrose im Unterarm jetzt in der Hand von Dauerschmerzen berichtet. Bei Berührung nehmen die Schmerzen weiter zu.
Er setzt die Hand im Alltag beim Tragen und Halten ein, kann aber feinmotorische und kraftaufwendige Tätigkeiten nicht ausführen. Bei der Spiegeltherapie kann er sich das Spiegelbild nicht als seinen betroffenen Arm vorstellen. Übungen nur mit der gesunden Hand kann ich ihm nicht “verkaufen”. Bei bilateralen Tätigkeiten achtet er vermehrt auf seinen Schmerz, der ja kommen müsste.
Was ratet ihr mir?
Viele Grüße, Ingrid
Hi Ingrid, was steht denn bei diesem Patienten im Vordergrund – der Schmerz oder die motorischen Defizite?